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Es muss endlich ein Ende haben - Antworten Teil 2

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Nachdem ich hier versucht habe die erste der mir selbst gestellten Fragen zu beantworten werde ich mich nun an die zweite Frage wagen.

Wieder sei erwähnt, dass der Ursprungsbeitrag und Antworten Teil 1, auf welchen dieser Beitrag aufbaut, aus Verständnisgründen gelesen werden sollte.

Die zweite Frage lautete: “Ist der Menschheit klar, welche Ursachen zu dieser fatalen Situation geführt haben?“

Da ich, wie ich in Teil 1 geschrieben habe, glaube, dass der überwiegende Teil der Menschheit noch nicht einmal die Gefahren erkannt hat, so kann ich nur daraus schließen, dass dies für die Ursachen erst recht zutrifft.

Deshalb könnte ich also auch diese Frage einfach mit einem Nein beantworten und mich der nächsten Frage widmen. Aber vielleicht liest mein „Geschreibe“ doch der eine oder andere und deshalb werde ich mir die Mühe machen die Ursachen für das sich Anbahnende ein wenig zu beleuchten.

Als größte Gefahren die der Menschheit in nächster Zukunft drohen habe ich den Zusammenbruch des Finanzsystems, die maßlose Ausbeutung der Ressourcen der Erde, die soziale Verarmung und die Konzentration der Macht auf eine immer kleiner werdende Elite aufgezeigt. Doch worin liegen die Ursachen aufgrund derer die genannten Gefahren so groß werden konnten?


Die Ursache für den Zusammenbruch des Finanzsystems ist in seiner Funktionsweise zu suchen. Dieses System erfordert permanente Kreditvergabe, permanent deshalb, weil es auf Zins und Zinseszins basiert. Da das Geld für die zu leistenden Zinszahlungen nicht existiert muss es durch Kreditvergabe geschaffen werden, ein Teufelskreislauf der in einer Exponentialkurve mündet. Eine Exponentialkurve steigt immer schneller an und, um es mit den Worten eines geschätzten Menschen auszudrücken, steiler als senkrecht geht einfach nicht. Für das Überleben des Finanzsystems ist ein immerwährendes Wachstum Voraussetzung, eine Voraussetzung die niemals erfüllt werden kann. Immerwährendes Wachstum kennt die Natur nur in Form von Krebs, wozu dieser, sollte er nicht behandelt werden, führt ist wahrscheinlich jedem klar. Diese Erklärung ist natürlich viel zu kurz, eine längere und leicht verständliche Erklärung finden sie, falls Sie sie noch nicht gelesen haben, hier.

Die Ursache für die maßlose Ausbeutung der Ressourcen resultiert aus der Beschaffenheit des Finanzsystems. Um das für das Überleben des Finanzsystems erforderliche Wirtschaftswachstum generieren zu können muss immer mehr produziert werden. Für die Herstellung von immer mehr Produkten werden entsprechend  mehr Rohstoffe benötigt und die Ressourcen deshalb über alle Maßen ausgebeutet. Produktionssteigerung alleine aber reicht nicht, die Produkte müssen auch verkauft werden. Und hier beginnt ein weiterer Teufelskreislauf. Eine immer größere Masse an Produkten kann nur verkauft werden, wenn sie für den Käufer erschwinglich ist. Dies wird erreicht durch den Einsatz moderner Fertigungstechniken, fallender realer Arbeitskosten oder der Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer. All diese Maßnahmen führen aber unweigerlich zum Kaufkraftverlust des dringend benötigten Konsumenten. Nur weitere Produktionssteigerung mit einhergehender Preissenkung und erhöhter Ausbeutung der Ressourcen und/oder das Anbieten von Finanzierung oder Leasing sorgen für den erforderlichen Absatz des jeweiligen Produktes. Der Verkauf hochwertiger, langlebiger, teurer und damit ressourcenschonender Produkte wird daher nahezu unmöglich. Eine weitere Ursache für die maßlose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten stellt die steigende Weltbevölkerung dar. Auch dieses Problem resultiert meiner Meinung nach zumindest indirekt aus der Funktionsweise des Finanzsystems. Diese Thematik näher zu erläutern würde aber erstens den Rahmen dieses Beitrags sprengen und hätte es zweitens verdient gesondert betrachtet zu werden.

Die Ursache für die soziale Verarmung liegt meiner Meinung nach, wie soll es anders sein, ebenfalls im Finanzsystem. Um Wirtschaftswachstum zu erreichen werden Menschen immer mehr ihrer Freizeit beraubt. Die Arbeitszeiten wurden zwar nicht erhöht, durch Personaleinsparungen, die durch Überstunden ausgeglichen werden müssen, länger werdende Anfahrtszeiten zum Arbeitsplatz und nicht zuletzt durch real gesunkene Einkommen die viele dazu zwingen einer Nebentätigkeit nachzugehen, verkürzt sich die verfügbare Freizeit immer mehr. Die Zeit um Freundschaften und Beziehungen aufrecht zu halten und zu pflegen wird stetig knapper.
Ebenso schürt die Angst um den Arbeitsplatz, welche einen immer stärkeren Konkurrenzkampf bis hin zu Mobbing zur Folge hat, das Misstrauen untereinander und sorgt  für soziale Kälte.
Auch der Gedanke nicht leistungsfähig genug für die moderne Welt zu sein veranlasst viele dazu ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.
Burn-Out-Syndrom und die Flucht in virtuelle „soziale“ Netzwerke sind die Anzeichen der voranschreitenden sozialen Verarmung. Da der Mensch ein soziales Lebewesen ist führt das zu nichts Gutem.

Die Ursache für die ansteigende Konzentration von Macht ist, sie ahnen es schon, natürlich ebenfalls im Finanzsystem zu finden. Es ermöglicht nämlich Geld leistungslos zu vermehren und erlaubt das schier grenzenlose Ansammeln von Kapital. Das bedarf vielleicht einer kurzen Erklärung.
Ein normaler Arbeitnehmer bekommt am Ende des Monats den ihm zustehenden Lohn. Er hat eine Leistung erbracht die „belohnt“ wird. Ein fairer Tausch, Arbeitsleistung für Lohn. Leistungsloses Einkommen bedeutet, man wird ohne Gegenleistung „belohnt“.  Stellen Sie sich vor, „Jemand“ hat Glück und erbt eine Million Euro von einer unbekannten Tante. Dieses Geld bekommt er ohne etwas dafür getan zu haben, also leistungslos. Legt er dieses Geld nun zu fünf Prozent Zinsen an, so erhält er gut 4.000 Euro monatlich für die er ebenfalls keine Leistung erbracht hat. Dieses Beispiel ist natürlich stark vereinfacht, macht aber verständlich was leistungsloses Einkommen bedeutet.
Nun könnte man, falls man nicht neidisch ist, sagen, was soll´s, dann soll er halt Geld für´s Nichtstun bekommen, Geld alleine macht ja auch nicht glücklich. Trotzdem sollte man sich die Frage stellen woher das Geld für die leistungslosen Zinseinkünfte eigentlich kommt. Da Banken Geld nicht verschenken muss es wohl einen Wohltäter geben der dafür sorgt, dass unser „Jemand“ sich an seinen Zinsen erfreuen kann. Der Wohltäter ist derjenige, der sich wahrscheinlich nicht in der gleichen glücklichen Lage wie unser „Jemand“ befindet. Vielleicht ist es der Familienvater von nebenan, der nicht mehr so recht über die Runden kommt und deshalb einen Kredit aufnehmen und dafür 7 Prozent Zinsen berappen muss. Oder vielleicht derjenige, der lange gespart hat um sich den Traum vom eigenen Häuschen erfüllen zu können und nun für die 150.000 aufgenommenen Euros 300.000 zurückbezahlt.
Das Finanzsystem ermöglicht es, dass derjenige der über viel Kapital verfügt dieses auch noch leistungslos vermehren kann und zugleich dafür sorgt, dass jener der über wenig oder kein Kapital verfügt immer mehr leisten muss um den Hunger nach leistungslosem Einkommen stillen zu können. Vergleichen Sie es mit einem Kuckucksei, da müssen Amselmama und Amselpapa ganz schön ackern um den kleinen Kuckuck groß zu ziehen. Haben tun sie davon nichts, denn eigentlich sollte die Schufterei dazu dienen die eigene Art zu erhalten. Wehe, wenn irgendwann zu viele Kuckuckseier gelegt werden.

Das Finanzsystem erzwingt durch seine Beschaffenheit förmlich die Konzentration von Kapital und damit Macht. Konzentrierte Macht hat sich leider in der Geschichte noch niemals vorteilhaft für die Allgemeinheit ausgewirkt.

Obwohl ich nun das Finanzsystem für alles Schlechte dieser Welt verantwortlich gemacht habe muss ich es trotzdem von Schuld freisprechen. Dieses System wurde von Menschen geschaffen weshalb sie alleine dafür verurteilt werden müssten.

Wie heißt es doch so schön, derjenige, der frei von Gier ist, der noch niemals danach trachtete hohe Zinsen für sein Erspartes zu erhalten, der noch nie versucht hat den billigsten Lohn für eine Leistung zu bezahlen, der noch nie an einem verkaufsoffenen Sonntag an einer Rabattschlacht teilnahm, der es noch nie übers Herz brachte ein T-Shirt für einen Euro zu erstehen, den nichts davon abhalten konnte fair und gerecht Leistung zu „belohnen“, derjenige werfe den ersten Stein.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass meine „Ursachenforschung“ selbstverständlich nur die Oberfläche der Thematik angekratzt hat. Die Zusammenhänge sind zu komplex um sie in einem Blog-Beitrag analysieren und abhandeln zu können. Mir ging es auch nur darum, die groben Mechanismen aufzuzeigen und vielleicht ein paar Menschen dazu animieren sich Gedanken über diese zu machen.


Denn erst wenn Menschen wieder frei zu denken beginnen kann es gelingen ein lebenswertes Leben für alle zu ermöglichen.

 

Meine Meinung entspringt meinem Gehirn. Da ich mein Gehirn nicht verleihe, muss auch niemand meiner Meinung sein.

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