Dorfling

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Der Irrsinn

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Dass die Menschheit sehr nahe am Abgrund wandert und in den letzten 3 – 4 Jahren schon des Öfteren ein Bein locker darüber hinaus geschwungen hat, sollte jedem am Finanzsystem und an der geopolitischen Lage Interessiertem klar sein. Dass die Menschheit, sollte nicht ein Wunder geschehen, den Schritt über den Abgrund hinaus tun wird, steht meinem Erachten nach fest. Und das bringt mich zum Thema Irrsinn.

Bisher gab ich immer dem vorherrschenden Geldsystem die Schuld am Werteverfall und der zunehmenden Dekadenz der Menschheit. Dies tat ich, weil das Instrument Geldsystem für die Manipulation der Menschheit in allen Bereichen sehr effektiv eingesetzt wird. Mit diesem Instrument lassen sich Menschen gezielt steuern, es erzwingt ein unendliches Wachstum und verspricht Wohlstand für alle. Doch darüber will ich mich heute nicht auslassen, heute will ich auf das aufmerksam machen, das diese Manipulation der Menschheit, und damit die Wanderung über den Abgrund hinaus, erst ermöglicht – den menschlichen Irrsinn.

Die Menschheit, oder zumindest der größte Teil davon, ist dem Irrsinn verfallen. Dies klingt sehr provokant und nicht jeder wird sich mit dieser These einverstanden erklären wollen. Dennoch wage ich es, diese These zu vertreten und mir ist klar, dass ich für das Vertreten dieser These einiges an Argumenten vorlegen muss.

Dieser Irrsinn wurde anscheinend durch Konditionierung in die Gehirne der Individuen implantiert, anders lässt sich nicht erklären, warum die Menschheit scheinbar nur ein Ziel zu kennen scheint, die Selbstzerstörung. Gut getarnt ist dieses Ziel hinter den Begriffen Wachstum und Wohlstand. Die ganze Menschheit ist unaufhörlich auf der Jagd nach Beidem, einem Wohlstand, der die erstrebte Lebensqualität bieten soll und dem Wachstum, das zur Erhaltung des erreichten Wohlstands unerlässlich ist. Um Beides zu erreichen unternimmt ein Großteil der Menschheit so gut wie alles und erkennt dabei nicht, dass ihr Handeln das Erreichen der vorgegeben Ziele immer unmöglicher macht.

Der Mensch glaubt, Wohlstand lässt sich durch gesteigerte Arbeitsleistung und erhöhte Produktion erreichen. Der dadurch erhoffte Mehrverdienst soll den Wohlstand bringen. Ein sinnloses, selbstzerstörerisches Unterfangen. Jedem sollte klar sein, dass ein Produkt das in Massen produziert wird seinen Wert verliert, also billiger wird und zudem meist seine Qualität einbüßt. Dass die Herstellung billiger Produkte nicht zu erhofftem Mehrverdienst und damit Wohlstand führt, dieser Gedanke wird verdrängt. Ganz vergessen wir dabei auch noch, dass Massenproduktion für sinnloses Ausbeuten vorhandener Rohstoffe verantwortlich ist. Dass der Mensch durch die permanent geforderte und auch erfüllte Steigerung seiner Arbeitsleistung Lebensqualität verliert, sehr oft schon gar nicht mehr hat, erkennt er nicht. Schlimmer noch, die meisten Menschen verwechseln Wohlstand, der für sie meist nur bedeutet auf Shoppingtour zu gehen, mit Lebensqualität. Für sie gibt es nichts Schöneres als rund um die Uhr geöffnete Läden und Einkaufszentren. Sie suchen ihr Heil im Konsum von nutzlosen Dingen, Dingen, die wiederum ein anderer unter immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen produzieren muss. Sie gehen sogar soweit, den wirklich existentiellen Dingen wie Nahrung und Trinkwasser nur noch eine untergeordnete Rolle beizumessen. Welch anderes vernunftbegabte Lebewesen auf diesem Planeten lässt auch nur ansatzweise eine dem Menschen ähnliche Handlungsweise erkennen?

Anstatt sich zum Ziel zu setzen weniger aber qualitativ hochwertige Produkte herzustellen, Arbeitszeiten zu reduzieren, was problemlos möglich wäre, um mehr Zeit für das eigene Leben zu haben, scheint es für die Menschen nichts besseres zu geben als im Dreischichtbetrieb Ramsch in Massen zu produzieren, Ramsch, zu dessen Konsum sie dann selbst verpflichtet sind.

Als verantwortlich für die als Irrsinn zu bezeichnende Handlungsweise des Menschen kann nur seine schier unersättliche Gier gemacht werden. Es reicht ihm nicht, ein Dach über dem Kopf, ein warmes Bett und gesunde Nahrung zu haben. Es muss mehr sein. Die Gier oder das Verlangen nach mehr ist nicht grundsätzlich negativ zu bewerten, wie dieses Mehr definiert wird bedarf es aber überdacht zu werden. Mehr materielles Eigentum, Geld und Macht gelten als erstrebenswert und als Garant für eine gesteigerte Lebensqualität. Eine irrige Annahme. Eigentum, Geld und Macht sorgen nicht für Lebensqualität, sie schüren nur die Angst sie wieder zu verlieren. Die Angst alles zu verlieren sorgt wiederum für ein gesteigertes Verlangen nach noch mehr. Skrupellosigkeit und Korruption sind nicht selten die  Helfer auf der Jagd nach diesem Mehr. Asoziales Verhalten macht sich unter den Menschen breit.

Der Mensch ist allerdings von Natur aus ein soziales Lebewesen, handelt er zuwider der Natur und versucht so ein Naturgesetz zu brechen, so wird er, wie beim Versuch das Gesetz der Gravitation mit einem Sprung aus dem zwölften Stock eines Hochhauses zu brechen, sehr schnell darüber belehrt, dass dies unmöglich ist. Der Mensch muss endlich wieder erkennen, dass er nur in einem intakten sozialen Gefüge ein erfülltes Leben führen kann. Nur ein soziales Miteinander kann für ein angstfreies, lebenswertes und glückliches Dasein aller sorgen. Für Egoismus ist kein Platz auf dieser Welt. Wer nun als Gegenargument anführt, dass in der Natur bisher immer nur der Stärkste überlebte, dem sei gesagt, dass dieser Stärkste nur durch die Hilfe Anderer, sei sie freiwillig oder wie zumeist erzwungen, überleben kann. Vor Einführung des „Stärksten“ profitierte eine Gemeinschaft von der Leistung aller, in einer asozialen Welt wird die Zahl der Profiteure immer geringer.

Um ein für alle lebenswertes Dasein auf diesem Planeten zu schaffen ist ein Umdenken erforderlich. Der Einzelne muss erkennen, dass er seine Leistungsfähigkeit nur in den Dienst der Gemeinschaft stellen darf. Er muss erkennen, dass jeder über die gleichen  Rechte auf diesem Planeten verfügt, dass niemand auch nur den geringsten Anspruch auf Eigentum von Land, Wasser oder sonstiger Ressourcen hat. Sollte es der Menschheit gelingen zu dieser Erkenntnis zu gelangen, dann wird es ihr auch gelingen Toleranz gegenüber leistungsschwächeren, anders denkenden und anders glaubenden zu üben. Und vor allem wird es ihr dann gelingen, ihre Gier zu besiegen, die Gier, aus der der sich immer breiter machende Irrsinn resultiert.

 

Meine Meinung entspringt meinem Gehirn. Da ich mein Gehirn nicht verleihe, muss auch niemand meiner Meinung sein.

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 22. Januar 2012 um 17:40 Uhr