Dorfling

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Tageskommentar 21.01.12

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Eigentlich habe ich mir heute vorgenommen, täglich die eine oder andere der in Dorfling verlautbarten Schlagzeilen zu kommentieren. Jetzt hege ich aber plötzlich Zweifel am Sinn dieses Vorhabens. Was soll ich denn eigentlich kommentieren, Schlagzeilen wie „Merkel will nachhaltiges Wachstum“, also Schlagzeilen, die es alles andere als wert sind kommentiert zu werden. Na ja, immerhin sammle ich diese Schlagzeilen ja auch und stelle sie gesammelt der Allgemeinheit zur Verfügung. Vielleicht macht es dann wenigstens Sinn auf die Inhaltsleere oder die gezielt manipulierende Wirkung dieser Schlagzeilen hinzuweisen. Einen Versuch ist es vielleicht wert.

Bleiben wir doch gleich mal bei der Schlagzeile „Merkel will nachhaltiges Wachstum“. Was soll eine solche Schlagzeile, die ist nicht besser als eine Schlagzeile wie „Dorfling will Freibier für alle“. Wollen kann man viel, ob man es bekommt steht auf einem anderen Blatt. Noch dazu ist die Forderung nach nachhaltigem oder stetigem Wachstum nicht erfüllbar. Die Natur kennt unaufhörliches Wachstum nur in der Form von Krebs, wie dieses Wachstum, sollte es nicht gestoppt werden können, endet ist hinreichend bekannt. Für die Physikerin, stetiges Wachstum ist vergleichbar mit einer nicht zu stoppenden Kernreaktion, die endet auch, wenn keine zu spaltenden Atome mehr da sind.


Kommen wir zur nächsten Schlagzeile, „Arzneimittel in Schweine-Urin - 25 Betriebe gesperrt“, die ich allerdings nicht weiter verbreitet habe. Zu dieser Schlagzeile fällt mir ehrlich gesagt auch nicht sehr viel ein. So lange sich die Verbraucher genüsslich jedes billige Stück Fleisch, das aus der unsäglichen Massentierhaltung stammt, mit Antibiotika und wer weiß was noch verseucht ist, in die Pfanne hauen, so lange werden sie sich mit solchen Meldungen abfinden müssen. Guten Appetit!


Eine weitere Schlagzeile die ich gefunden, aber aus Widerwillen ebenfalls nicht veröffentlicht habe, lautete „IVA: "Moderne Landwirtschaft Garant für Ernährung in aller Welt" / Pflanzenschutz in Deutschland sichert Weizenversorgung für 180 Millionen Menschen -Kommentar zum 4. Internationalen Agrarministergipfel. Der Artikel versucht zu suggerieren, dass die vorhandenen Anbauflächen für Weizen intensiver genutzt werden müssten um eine Versorgung der Menschheit sicherzustellen. Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) ist nichts anderes als eine Lobbyvereinigung der Hersteller von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, will also nur den intensiveren Einsatz seiner Produkte bewirken und preist diesen dann auch noch als Fortschritt in der nachhaltigen Landwirtschaft an. Wollte so ein Verband wirklich etwas zur gesunden, nachhaltigen und ausreichenden Ernährung der Menschheit beitragen, dann würde er fordern, dass endlich der Zerstörung der Anbauflächen durch anorganische Düngung, Verdichtung der Böden durch Einsatz schwersten Geräts und der Vernichtung der natürlichen Bodenflora und Bodenfauna Einhalt geboten wird. Die Erträge würden dann nämlich von selbst steigen und wären für den Menschen wieder wertvoll. Wer jemals ein Tiefkulturbeet angelegt hat oder sich mit Permakultur befasst hat, der weiss von was ich rede.

Nach diesen drei Schlagzeilen höre ich jetzt lieber auf mit dem Kommentieren, da wird mir sonst noch ganz übel davon.


Meine Meinung entspringt meinem Gehirn. Da ich mein Gehirn nicht verleihe, muss auch niemand meiner Meinung sein.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 22:49 Uhr