Ja, ich habe mich nun doch dazu entschlossen, täglich ein paar Schlagzeilen zu kommentieren. Ob ich wirklich täglich dazu Lust verspüren und auch die Zeit dazu haben werde, das wird sich zeigen. Also, bitte nicht böse sein, wenn mir vielleicht Zeit oder Lust dazu fehlen.
Union behauptet Spitzenposition in Wählergunst, eine Schlagzeile, wie sie mir so oder so ähnlich seit Jahren Kopfzerbrechen bereitet. Ich kenne eigentlich niemanden, der mir nicht seit Jahrzehnten die Ohren mit Bemerkungen wie,
„Politiker sind doch alle korrupt, die kann man doch für nichts gebrauchen“ oder
„Ist doch egal welche Partei man wählt, für das Volk ist noch nie etwas getan worden“, oder
„nach der Wahl werden sowieso alle Wahlversprechen gebrochen“ oder
„du kannst eigentlich keine große Partei in Deutschland mehr wählen, die sind doch alle gleich“ oder
„man sollte die CDU, CSU, FDP, SPD, Grünen und die Linken alle in einen Sack stecken und sie am besten im Pazifik versenken, die gehören alle endlich mal weg“,
vollsäuselt. Doch am Wahltag sind es dann genau diese Menschen, die ihre Stimme einer dieser Parteien geben. Eine alternative Partei zu wählen kommt für sie nicht in Frage, denn es ist doch besser eine Partei zu wählen von der man weiß, dass sie einen wieder verarschen wird, als eine Partei die man nicht kennt und weil einen Politik sowieso nicht interessiert. Häh …
Libyen - Minister wird verprügelt und tritt zurück, eine Schlagzeile, die sehr gut aufzeigt, wie es dem Westen wieder gelungen ist, ein primitives, korruptes, den Terror unterstützendes Regime zu bezwingen und das unterdrückte Volk in den Genuss der Segnungen der Demokratie kommen zu lassen. Und da man so ein Volk natürlich auch weiterhin unterstützen will, schickt man ihm auch selbstlos 12.000 Soldaten die seine Ölquellen verteidigen. Gegen wen eigentlich?
Wie erfolgreich das Bescheren der Demokratie bisher funktionierte ist anhand des Iraks und Afghanistans ersichtlich. Um Missverständnissen vorzubeugen, ich bin gegen jede Form der Diktatur, ich bin aber auch der Meinung, dass keine Diktatur gegen den Willen eines Volkes auf Dauer bestand haben kann.
Joseph Stiglitz - 2012 könnte es noch schlimmer kommen
Na, wie kommt er denn darauf? Er wird doch nicht erkannt haben, dass die ganze Welt hoffnungslos überschuldet ist, dass das ganze Finanzsystem in den letzten Zügen liegt und sich nur noch durch die Infusion von irrsinnigen Summen an Euros und Dollars im Wachkoma halten kann? Er wird doch nicht erkannt haben, dass jetzt Schluss mit lustig ist, dass „unser“ Geldsystem seinen Zweck, der wie immer die Umverteilung von unten nach oben war, erfüllt hat und nun nur noch auf seine Einäscherung wartet?
Die Schlagzeile „Monti und Draghi für größeren Rettungsschirm“ sagt ja eigentlich schon alles. Da braucht jemand ziemlich viel Geld um wenigstens noch eine zeitlang überleben zu können. Oder würden Sie ihre Bank um die Erhöhung Ihres Dispo-Kredits bitten, wenn sie die Kohle nicht bitter nötig hätten.
GEAB N°61 ist angekommen!
Zu den Prognosen des Geabs will ich nicht allzu viel sagen, nur eins scheint mir wichtig genug erwähnt zu werden, nämlich die m. M. n. falsche Annahme, dass die europäischen Staaten krisenbedingt näher zusammenrücken und einen Gegenpol zur anglo-amerikanischen „Konkurrenz“ bilden werden. Denn ein politisch vereintes Europa mit einer gemeinsamen, starken Währung liegt nicht im Interesse dieser „Konkurrenz“.
Meine Meinung entspringt meinem Gehirn. Da ich mein Gehirn nicht verleihe, muss auch niemand meiner Meinung sein.
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