Gefährliche Ukraine

Hierzulande beherrscht die Islamisierungs- und Terrordebatte die Medien. Ungeklärt bleibt dabei, wie es innerhalb so kurzer Zeit gelingen konnte, diese Debatte in den Fokus der europäischen Bevölkerung zu rücken. Genauso (absichtlich) ungeklärt bleiben die Ursachen des Asylantenzustroms und die Hintergründe von Terroranschlägen wie dem in Paris. Klar ist hingegen, dass diese Debatte für genügend Ablenkung von den wirklichen Problemen, wie dem drohenden Crash des Finanzsystems und der weiter eskalierenden Konfrontation in der Ukraine, die nichts anderes als eine Konfrontation zwischen der von den USA dominierten NATO und Russland ist, sorgt.

 Während sich Europa mit der Asylproblematik beschäftigt, die auch dazu genutzt wird, die Bürger zu spalten, verschärft sich die Lage in der Ukraine dramatisch. Der Waffenstillstand, der nie einer war, ist seit letztem Wochenende nicht mehr existent. Dieser Waffenstillstand wurde von der Junta in Kiew nur dazu genutzt, um neue Kräfte zu sammeln, um mit westlicher Unterstützung aufzurüsten und eine großangelegte Offensive gegen die Separatisten vorzubereiten. Diese Großoffensive scheint nun in Gang zu kommen. Und dies obwohl Russlands Präsident Putin noch letzten Freitag dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko eine Lösung zur friedlichen Regulierung der Situation im Südosten des Landes unterbreitet hat. Sein Vorschlag wurde von der Ukraine zurückgewiesen (andere Quelle) und fand wie üblich äußerst wenig Beachtung in den westlichen Medien. Diese versuchten lieber, die Separatisten der Ostukraine für den Tod von elf Zivilisten in einem Bus am ukrainischen Checkpoint bei Volnovakha verantwortlich zu machen, auch wenn dafür, wie beim Abschuss des Passagierflugzeugs MH-17, keinerlei Beweise vorliegen und die Schuldigen ebenso auf Seiten der regulären ukrainischen Armee zu finden sein könnten. Wie von ihm nicht anders zu erwarten, scheute der durch Putsch an die Macht gekommene ukrainische Präsident Poroschenko auch in Davos nicht davor zurück, eine russische Rakete für den Tod der Zivilisten verantwortlich zu machen. Dass ein Raketentreffer ein völlig anderes Zerstörungsbild zur Folge haben würde, wird von den westlichen Medien geflissentlich ignoriert.

Wie die Vorschläge zu einer friedlichen Lösung des Konflikts am Freitag wurde auch die am Sonntag erfolgte Warnung Putins, die Minsker Vereinbarungen außer Kraft zu setzen, von Poroschenko ignoriert. Dieser ist vielmehr damit beschäftigt, die Mobilisierung seiner Streitkräfte weiter voranzutreiben. Gesunde Männer und Frauen im Alter zwischen 25 und 60 Jahren sollen im Zuge der Mobilisierung zur Armee eingezogen werden. Unterstützung soll die Kiewer Junta nach Angaben des ukrainischen Militärstabes noch diese Woche von hochrangigen Vertretern der Kommandozentrale der US Army erhalten.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, stimmte am 15. Januar 2015 das Europäische Parlament über eine 28-Punkte-Resolution zum Thema Ukraine ab, die sich auf das Schicksal Europas in noch kaum zu ahnenden Dimensionen auswirken könnte. Auch das EU-Parlament scheint sich also, wie Litauen, das seine Bürger schon auf einen russische Invasion vorbereitet, auf eine Eskalation einzurichten und diese zu befördern.

Diese Eskalation in der Ukraine, die nur in eine Konfrontation zwischen der von den USA geführten NATO und Russland münden kann, rückt in greifbare Nähe. Die Aussagen des Generalsekretärs der NATO, Jens Stoltenberg, dessen Rhetorik der seines Vorgängers Anders Fogh Rasmussen in nichts nachsteht, verheißen nichts Gutes. Das Argument, dass sich die USA eine Konfrontation mit Russland aus finanziellen Gründen nicht zu leisten vermag ist meiner Meinung nach nicht schlagend. Kriege haben sich, indem man die Waffenindustrie hochfährt, bisher selbst finanziert. Mehr Gewicht hat für mich das Argument, dass ein Imperium nicht sang- und klanglos untergeht. Vor allem dann, wenn aus Chaos eine neue Weltordnung entstehen soll.

 

Ob es zu einer militärischen Konfrontation zwischen der von den USA geführten NATO und Russland kommen wird, hängt davon ab, ob Russland zu einem militärische Eingreifen in der Ukraine gezwungen werden kann oder ob Russland allen Provokationen so lange widerstehen kann, bis sich die “westliche Wertegemeinschaft” finanziell, wirtschaftlich und innenpolitisch selbst zerlegt hat. Noch spielt die Zeit für Russland.

 

PS: Lesenswert ist in diesem Zusammenhang das Interview des tschechischen Ex-Präsidenten Václav Klaus.

Update:

Und, oh Wunder, auch dieser Beitrag von Phoenix ist absolut sehenswert

 

 

Meine Meinung entspringt meinem Gehirn. Da ich mein Gehirn nicht verleihe, muss auch niemand meiner Meinung sein.

 

 


Kommentare   

 
-2 # Friedland 2015-01-22 12:32
Ein bankrotter Staat finanziert sich über die Kriegsindustrie neu?! Wodurch entsteht da der Mehrwert, durch die leeren Patronenhülsen oder durch die erhöhte Beschäftigung der Leichenbestatter?
Eine interessante Finanztheorie, wußte ich noch gar nicht, aber man kann es ja mal darauf ankommen lassen. Und wenn die Waffen dann alle sind, nehmen wir einfach wieder Holzkeulen, das schont die Umwelt!
Vielleicht begreift man endlich (!!!) daß daß Putin alle (!) Trümpfe in der Hand hat!
Im Übrigen, England war im WK II bereits nach eineinhalb Jahren Kriegsführung bankrott! Nachzulesen bei Dirk Bavendamm, Roosevelts Krieg.
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0 # Peter 2015-01-22 13:52
Lieber Friedland,

wo steht denn da, dass sich ein bankrotter Staat über die Kriegsindustrie neu finanziert? Dort steht: "Kriege haben sich, indem man die Waffenindustrie hochfährt, bisher selbst finanziert". Dass das gegen alle Wirtschaftstheorien möglich ist, dass beweisen uns doch unsere US-amerikanischen Freunde Tag für Tag. Obwohl die USA sowas von bankrott sind, unterhalten die immer noch einen gigantischen Militärappartat und schießen und bombardieren weltweit immer noch munter weiter. Da kommt's doch auf das eine oder andere Billiönchen neue Schulden auch nicht mehr an. Zumindest solange nicht, wie der Rest der Welt den Dollar als Weltleitwährung akzeptiert oder besser gesagt akzeptieren muss.

"Im Übrigen, England war im WK II bereits nach eineinhalb Jahren Kriegsführung bankrott! Nachzulesen bei Dirk Bavendamm, Roosevelts Krieg."

Ich bin jetzt in Geschichte nicht so bewandert und habe da vielleicht etwas nicht mitbekommen. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass England eineinhalb Jahre nach Beginn des WK II nicht aufgehört hat zu schießen und zu bombardieren und alle Soldaten heimgeholt und den Krieg für beendet erklärt hat. Ich kann mich aber vage daran erinnern, dass England zu den Gewinnern des WK II gehörte.

Herzlichen Gruß

Peter
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+2 # Friedland 2015-01-22 14:33
Lieber Peter,
des Rätsels Lösung für beide angeschnittene Themen:
Im ersten Fall (USA) Finanzierung über die virtuelle Falschgeld-Druckerei;
im zweiten Fall heimliche Waffenlieferungen an GB durch Roosevelt, danach Verpfändung aller GB-Besitzungen an die USA. Der eigentliche Kriegstreiber und Initiator des WK II waren die USA, deshalb mein Lit.-Hinweis.
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+3 # Jeserich 2015-01-22 20:21
zitiere Peter:

"Kriege haben sich, indem man die Waffenindustrie hochfährt, bisher selbst finanziert".


Und nicht nur. Die Sieger haben sich von den Besiegten alles abgesahnt: Patente, Fachwissen, Industrie und zudem sogenannte Reparationen bis heute.

zitiere Peter:
Obwohl die USA sowas von bankrott sind, unterhalten die immer noch einen gigantischen Militärappartat und schießen und bombardieren weltweit immer noch munter weiter.


Solange die FED ihrem US-Kampfbullen dafür Kredite gibt, sind diese für die Kriege des Hochfinanzkartells/JNWO noch zu gebrauchen.

zitiere Peter:
Da kommt's doch auf das eine oder andere Billiönchen neue Schulden auch nicht mehr an. Zumindest solange nicht, wie der Rest der Welt den Dollar als Weltleitwährung akzeptiert oder besser gesagt akzeptieren muss.


So sieht's aus.

Anders: Der Wunsch nach Unabhängigkeit aus der $ Hegemonie, kann nicht durch den Zerfall des $ ausgelöst werden, sondern NUR, indem er als Währungsreserve abgelöst wird. FIAT läßt sich nicht anders umbringen.
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