Entscheidende Tage

Europa gleicht einem Trümmerhaufen. Die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme haben untragbare Dimensionen erreicht. Bisher konnte man den Blick eines Großteils der Öffentlichkeit auf diese Probleme vernebeln. Untragbare Schulden wurden mit neuen Schulden bekämpft, nur um die Gläubiger – Banken, Versicherungen und sonstige Akteure des Finanzsektors – vor Verlusten oder dem Bankrott zu bewahren. Dadurch gelang es auch, den längst überfälligen Zusammenbruch des Finanzsystems immer wieder zu verschieben. Vor allem aber gab man dadurch der Finanzelite die Möglichkeit, ihren Reichtum zu sichern und sogar noch zu mehren.

Dies gelang bisher nur, weil es keine zu Reformen erpresste und unter EU-Diktat gestellte Regierung wagte, gegen diese sinnlose Politik aufzubegehren. Für diese Regierungen war es natürlich auch bequemer, Verantwortung an die EU abzugeben und dafür mit frischem Geld versorgt zu werden. Dass sich durch ihr verantwortungsloses Handeln die Lebensumstände ihrer Bürger drastisch verschlechtern würden interessierte diese Regierungen recht wenig. Auch dass sie ihre Staaten weiter in die Verschuldung trieben und zugleich für den Ausverkauf durch Investoren freigaben bereitete ihnen wenig Kopfschmerzen.

Nach dem Willen der EU würde diese sinnlose und destruktive Politik noch bis zum endgültigen Systemkollaps weiterbetrieben werden. Nun aber wagt es die frisch gewählte Regierung Griechenlands, der EU die Stirn zu bieten. Sie will sich nicht weiter erpressen lassen und stellt Forderungen. Bleibt die griechische Regierung unnachgiebig - viel zu verlieren hat sie nicht - und es kommt zu keiner Einigung mit der EU, dann lässt sich der Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung oder gar aus der EU nicht mehr vermeiden. Das wäre fatal für die EU, auch wenn diese beteuert, einen solchen Austritt verschmerzen zu können. Niemand kann nämlich vorhersehen, welche Auswirkungen ein Austritt Griechenlands auf den Euro und den Finanzsektor haben wird. Vor allem kann niemand vorhersagen, welche Reaktionen ein Austritt Griechenlands in anderen EU-Mitgliedsstaaten auslösen könnte. Das Risiko, dass sich Staaten wie Portugal, Spanien oder Italien dazu entschließen könnten, auch Schuldenschnitte und den Stopp von Reformen zu fordern, ist alles andere als gering. Sollten dann die Bürger eines dieser Länder befürchten, ihr Land könnte die Euro-Zone ebenfalls verlassen, dann werden sie ihr Erspartes schleunigst von den Banken abziehen. Die Folgen eines solchen Bankruns dürften dem Euro den Todesstoß versetzten.

Doch damit nicht genug. Während die Europäische Union vor unlösbaren wirtschaftlichen und finanziellen Problemen steht, begibt sie sich auf ein noch bedeutend gefährlicheres Terrain. Als absolut höriger Vasall der USA lässt sie sich immer weiter in den Stellvertreterkonflikt zwischen den USA und Russland in der Ukraine, den die USA initiierten, hineinziehen. Den Erfolg, ein in jeder Hinsicht gutes Verhältnis zu Russland aufgebaut zu haben, ein Erfolg, der aus den jahrzehntelangen Bemühungen noch fähiger Politiker resultierte, hat sie binnen kürzester Zeit zunichte gemacht. Völlig unverantwortlich unterstützt die EU die Pläne der USA, die in ihrem Wahn die Macht über den gesamten Planeten anstreben. Diese Pläne lassen es nicht zu, dass Europa mit einem freundschaftlich verbundenen Russland zu einer eurasischen Macht erwächst, einer Macht, die die USA von ihrer Vormachtstellung enthebt. Europa soll in diesen Plänen nur einen Zweck erfüllen, es soll zum wiederholten Mal das Schlachtfeld sein, auf dem um die Vormacht über die Welt gekämpft wird.

 

Vom Ergebnis der heutigen Verhandlungen der EU-Finanzminister mit dem Finanzminister Griechenlands hängt es ab, ob sich die Zerfallserscheinungen der Europäischen Union schon morgen beschleunigen werden.

 

Vom Ergebnis der heutigen Verhandlungen in Minsk hängt es ab, ob ein großer Kelch noch einmal an Europa vorbeigeht.

 

Sicher ist jetzt schon eins, in diesen Tagen entscheidet sich das Schicksal Europa.

 

Meine Meinung entspringt meinem Gehirn. Da ich mein Gehirn nicht verleihe, muss auch niemand meiner Meinung sein.

 

 


Kommentare   

 
+3 # Heidi Preiss 2015-02-11 19:10
Mit Macht haben zu viele Politiker in viel zu vielen Jahren die Krise geschaffen, die heute über uns kommt. Auf Pump lösen sie Versprechungen ein, mit denen sie das Volk in ihren Wahlkämpfen umgarnen: Noch mehr dies, noch mehr das, wir lassen Manna vom blauen Himmel regnen, und alles umsonst. Von wegen, die Kosten werden verschwiegen und stehen wie bei Internet-Betrügern im klitzeklein Gedruckten. Die Verantwortlichen sind beim "Knall" längst mit ihren Pfründen über alle Berge.

Alle Macht geht vom Volke aus. Das Volk wählt die Hasardeure, weil es deren Versprechungen glauben möchte. Die Republik als Media-Markt: Wir sind doch nicht blöd. Kaufe kaufe und lebe jetzt, zahle später oder lasse die Kinder und Enkel blechen.

Geschieht uns das ganze Desaster zu recht? Wir haben unsere Macht den falschen Propheten gegeben. Aber machtlos sind wir nicht. Wir können das ändern. Mit anderer Politik. Mit anderen Politikern. Und viel, viel weniger dummer Gier.

Zu Griechenland darf ich anmerken, sie sollten ihren Peinigern adieu sagen; vielleicht kommt es dadurch zu einem Aufbruch zu neuen Zeiten für die Völker Europas.

Zu unserem plötzlich agierendem "Friedensengel" denke ich, dies ist eine große Show fürs Humankapital. Sie wird auch in diesem Fall ihre Wendehalskarriere fortsetzen, dafür ist in der gebotenen Show zuviel Niedertracht im Spiel. Wir werden sehen.
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+3 # Ralle 2015-02-11 19:10
Ja, irgendwie schafft es der Abschaum ( oder auch "Eliten" genannt) ein paar bescheuerte Menschen zu finden, die andere ins Feuer oder in die radioaktive Strahlung zu schicken!
Warum kehrt man nicht mal den Spieß um und schickt die VSA ins "Abseits" - so wie Gerd Prokop "Wer stiehlt schon Unterschenkel" beschrieben - dort wird diesen Idiots eine Kuppel übergestülpt, in der sie ihr verkommenes Gehabe weiter verwirklichen können, damit die Menscheit "DRAUSSEN" weiter vernünftig und ohne unnötige Einnschränkung leben kann!
... und da gibt es einen schönen Diskurs zwischen den Träumen von Timothy Truckle und Simon - das wird kein Kommunismus sein, sondern eine Gesellschaft vielleicht mit humanistischem Ansatz! ;-)) vG Ralf
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-4 # Friedland 2015-02-12 10:14
Leider eine erneute Fehleinschätzung, lieber Peter.
Hier soll nicht um die Vormacht über die Welt gekämpft werden, sondern es braucht einen Grund, endlich dieses verbrecherische Finanzsystem abzubrechen. Die Vormachtstellung in der Welt haben die USA schon lange verloren, bei ca. 60 Billionen Dollar Schulden. Und ein militärische Aktion ist allein schon militärtechnisch/lo gistisch nicht mehr durchführbar. Und selbst wenn dies geschehen sollte, hat Putin genügend nichtmilitärische Mittel zur Hand, um dies sofort zu beenden!
Nochmals, die USA sind militärisch ein zahnloser Tiger, nur heiße Luft, sonst nichts.
Und das sogenannte Schicksal Europas wird sich allerhöchstens am Tag X entscheiden, wenn es danach darum geht, neue Regierungsformen zu implementieren, die auch von den Völkern getragen werden.
Etwas mehr Optimismus bitte.
Die europäischen Staaten werden wegen einer bankrotten Ukraine keine militärische Aktion starten, und selbst wenn, bedürfte es einer mindestens halbjährigen Vorbereitungszeit, um diese "vielleicht" auch positiv abzuschließen. Hier ist niemand für einen militärischen Konflikt gerüstet!!!! und auch nicht Willens, Soldaten dort verheizen zu lassen!
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+3 # Heidi Preiss 2015-02-12 19:26
Lieber Friedland,

wenn ich das so sagen darf; USA verlegen 12 A10-Erdkampfflugzeu ge und 300 Piloten nach Osteuropa. Und Willens, einen Krieg zu führen, sind bei unseren Volkszertretern zumindest dieser Obergauckler und unsere Kriegsministerin, von der Kanzlerdarstellerin ganz zu schweigen, die seinerzeit sich schon bei Bush entschuldigte, dass keine dt. Soldaten in den Irak entsandt wurden.

Ich habe mir wegen der Anwesenheit von Frau Krone-Schmalz diesen Jauch am verg.Sonntag angesehen. Was mich total sozusagen vor den Kopf gestoßen hat war die unglaubliche Aussage von Kornblum:
.....und es ist wunderbar, wenn Europa verhandelt, aber im Endeffekt liegt die Macht in Washington...."

Letztendlich, seit wann machen sich Weltverbrecher darüber einen Kopf, Soldaten zu verheizen?

Wir haben eine fremdgesteuerte hypnotisierte Politkaste, denen ich bzgl. Kriegsverhinderung kein Vertrauen schenke.

Gruß
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0 # Friedland 2015-02-12 20:04
Sehr geehrte, liebe Frau Preiss,

mit 12 uralten Kampfflugzeugen aus den 70ger Jahren können sie keinen Krieg führen, dazu benötigen sie Logistik und Bodentruppen, die Deutsche Wehrmacht hatte, um erfolgreich zu sein, 18O Divisionen aufmarschieren lassen, begreifen sie endlich und alle anderen Kriegstrompeter, daß dies in kurzer Zeit nicht aufgeboten werden kann. Und sollte es dazu kommen, gibt es in Deutschland einen Militärputsch!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!
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0 # Murksel 2015-02-12 23:13
@ Friedland,

empfehle Ihnen einmal die -- nicht vollständige -- Auflistung der amerikanischen Militärstützpunkte nur in Deutschland zu lesen, hier:

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=342637

Weltweit außerhalb der USA haben die Amerikaner inzwischen weit über 700 Militärstützpunkte.

Warum tun die das?

Wofür brauchen sie die?

Teilweise wurden diese Stützpunkte trotz heftiger Gegenwehr der Bürger des betreffenden Landes eingerichtet.

Und das Problem in Deutschland ist, dass wir immer noch keinen Friedensvertrag haben und die Politiker ganz offensichtlich die Befehle aus Washington strikt befolgen.
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-3 # Friedland 2015-02-12 23:50
Murksel, ich habe diese mit Fehlern behaftete Liste gelesen.
Kampftruppen sind das keine, reine Verwaltungsärsche, haben noch nie in einem Schützengraben gelegen.
Und wieviel echte Kampftruppen gibt es in Deutschland? Von ca. 70.000 Besatzungssoldaten sind 30% für die Logistik zuständig. Hast du schon mal Scheißhauspapier nach Donetzk gekarrt für die Amiärsche? Wieviel brauchst du für 20 Divisionen? Und das jeden Tag, und bei Dünnschiß noch mehr, wie damals im Schwarzen Meer! Die Russen haben alles vor der Haustüre und nehmen bei Bedarf auch Gras.
Viel Spaß weiter beim Heulen und Zähneklappern!
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0 # Murksel 2015-02-13 20:01
Erstaunlich dass die Amis so viele "Verwaltungsärsche" in Deutschland brauchen.
Dann müssen die Kontingente der Besatzungstruppen ja um ein Vielfaches höher sein.

Dass die von den Amis befohlenen Drohnenmorde von der Ramstein Air Base ausgeführt werden, ist ja wohl inzwischen fast Jedem bekannt.
Zählen Sie diese amerikanischen Soldaten auch zur Logistik-Truppe?

Gott erhalte Ihnen ihre Naivität.

Oder sind Sie gar ein Troll?

Habe gelesen man solle Forentrolls einfach ignorieren.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!
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-3 # Friedland 2015-02-13 20:39
Bevor sie hier einen auf dicke Hose machen, sollten sie zunächst mal in der Lage sein, Texte zu lesen.
Daß der Grad ihres Informationsvolumen s nicht sehr hoch sein kann, beweisen ihre Zuschriften, die sich im unteren Bildzeitungs-Niveau bewegen.
Wenn sie Clausewitz gelesen haben und sich über gegenwärtige Truppenstärken der US-Besatzer informiert haben, melden sie sich wieder.
Und vergessen sie nicht, den Bestand ihres Scheißhauspapieres zu erhöhen, wenn demnächst die Russen einmarschieren, die Gefahr von akutem Dünnpfiff steht dann im Raum.
Gute Verrichtung!!!

Anmerkung von Peter:

Lieber Friedland, ich lasse diesen Kommentar jetzt noch mal so stehen. Aber ich denke es ist jetzt an der Zeit, dass sie wieder zu einer normalen Ausdrucksweise zurückkehren. Eine derartige Ausdrucksweise erweckt eher den Eindruck, als hätten Sie davor Angst, dass sich ihre Vision der Zukunft nicht erfüllen könnte.
Was die Welt im Augenblick absolut nicht braucht, ist, dass sich die viel zu wenigen Menschen, die zumindest das System kritisch hinterfragen, gegenseitig angreifen. Gegen sachliche und fundierte Kritik gibt es nichts einzuwenden. Die Meinung anderer zu respektieren ist, auch wenn es dem einen oder anderen schwerfällt, auch Grundvorausssetzung für sachliche Diskussionen. Also, Schluss jetzt mit den Beleidigungen.

Gruß

Peter
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0 # Friedland 2015-02-13 22:01
Daß man mir Naivität unterstellt und gar, ich könnte ein Troll sein, gehört aber zum guten Ton. Beleidigungen kann ich nicht erkennen, und wenn ja, bitte benennen. Es ist sehr wohl gestattet, die Qualität einer Zuschrift zu beurteilen.
Wenn der obige Schreiber einen Konflikt herbei schreiben möchte, soll er dies, ich beurteile dies sehr nüchtern. Oder aber soll er sich gleich in Ukraine abmelden. Zumindest ist das militärische Wissen dieses Schreibers ziemlich gering.
Ach, und was meine Angst betrifft, da machen Sie sich mal keine Sorgen, mein Optimismus in die Zukunft ist ungebrochen, aber besten Dank für Ihre Anteilnahme.
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+1 # Peter 2015-02-14 00:27
Wenn: "Daß der Grad ihres Informationsvolumen s nicht sehr hoch sein kann, beweisen ihre Zuschriften, die sich im unteren Bildzeitungs-Niveau bewegen"
Oder: "Und vergessen sie nicht, den Bestand ihres Sc...hauspapieres zu erhöhen" die Reaktion auf das Adjektiv "naiv" ist, dann zeugt das nicht gerade von Kritikfähigkeit. Auch mit viel gutem Willen lassen sich solche Aussagen nicht als objektive, fundierte und mit Fakten unterlegte Gegenargumentation - mit der man vielleicht sein Gegenüber überzeugen könnte - auffassen.

Ich habe auch keine Lust habe, mich mit solchen Kindereien auseinanderzusetzen , deshalb belasse ich es dabei. Es sei nur noch einmal auf den Leitsatz Dorflings, den man in den Dorfregeln (http://www.dorfling.de/index.php/dorfregeln) nachlesen kann, hingewiesen und bitte darum, sich an diesem zu orientieren.


"Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, daß du es sagen darfst"

(Voltaire 1694 - 1778)
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