Große Klappe, nichts dahinter?

Zentralbankchef Draghi gab wieder einmal vollmundig zum Besten, dass die Mittel, die der EZB zur Belebung der Konjunktur zur Verfügung stehen, noch lange nicht ausgeschöpft sind.

Doch was kann die EZB noch aus dem Ärmel schütteln? So richtig viel nicht. Sie kann den Leitzins auf Null setzen oder sogar Minuszinsen – nichts anderes als Strafzinsen – beschließen. Komischerweise wird diese Idee diskutiert, obwohl sie vollkommen schwachsinnig ist. Jeder, der auch nur ein paar Minuten die Folgen eines solchen Strafzinses überdenkt, wird feststellen dass er den Euro in kürzester Zeit zerstören würde. Egon W. Kreuzer hat die Folgen eines Strafzinses in seinem Paukenschlag sehr gut beschrieben. Mit einer weiteren Senkung des Leitzinses auf Null Prozent wird es aber der EZB niemals gelingen, die Konjunktur anzukurbeln. Was 0,25% nicht vermögen, das vermögen auch 0% nicht.

 

Doch um das Ankurbeln der Konjunktur geht es der EZB erst in zweiter Linie. Das Hauptproblem für die EZB stellt, wie auch für den Rest der Welt, der durch mangelnde Kreditvergabe drohende Zusammenbruch des ganzen monetären Systems dar. Wie schon zigmal erwähnt, lebt diese System von der Vergabe von Krediten. Nur durch neue Kredite entsteht das Geld, das für die Rückzahlung alter Kredite und der dafür fälligen Zinsen benötigt wird. Dieses Problem soll aber unerkannt bleiben, weshalb die EZB mit Hilfe der Politik und der Medien die Tatsachen verdreht. Der Begriff Kreditklemme wird zwar des Öfteren erwähnt, dabei wird aber suggeriert, dass Banken nicht dazu bereit sind, von Unternehmen dringend benötigte Kredite zu vergeben und somit verhindern, dass die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt. Das ist natürlich Unfug. Banken leben von der Vergabe von Krediten, doch aufgrund fehlender Nachfrage, die meisten Unternehmen und Privathaushalte sind verschuldet genug, oder ausreichender Bonität, können sie, auch wenn sie wollten, keine Kredite vergeben. Das soll selbstverständlich keine Entschuldigung für Banken sein, die über Jahrzehnte hinweg die Fehler des Systems nutzten um ihrem menschenverachtenden “Spieltrieb“ freien Lauf zu lassen.

Das Einzige was die EZB wirklich zu tun vermag, ist die Banken und über Umwege ganze Staaten weiterhin am Leben zu erhalten um den Anschein eines funktionierenden Systems solange wie möglich aufrecht zu erhalten. Sie kann Banken mit Geld vollpumpen und dazu anhalten, Kredite zu vergeben. Systemrelevante und dringend benötigte Kreditnehmer (Nachschuldner) kann sie nicht aus dem Hut zaubern. Sie kann, wenigstens bis jetzt, weder einen Großkonzern, ein klein- oder mittelständisches Unternehmen noch Privatpersonen dazu zwingen, Kredit aufzunehmen. Sie kann vielleicht die Route, über Deflation oder Inflation, in den Zusammenbruch festlegen, den Zusammenbruch des Systems kann sie aufgrund seiner Beschaffenheit nicht verhindern.

 

Also wirklich nur große Klappe?

Nein, die EZB könnte auch eine ganz andere Absicht verfolgen. Die EZB kann, aufgrund der von ihr betriebenen Währungspolitik, im Zusammenspiel mit dem ESM, zu einer Institution mutieren, die die Kontrolle über eine zwangsverordnete Planwirtschaft in Europa übernimmt. Durch Stresstests und sicherlich noch kommende Bankenskandale kann sie dafür sorgen, dass die Bankenwelt bereinigt wird und sich dann gemeinsam mit dem ESM zu einer der FED gleichenden Institution aufschwingen, die ganz Europa kontrolliert.

Die EZB ist meiner Meinung nach nicht dazu gezwungen auf die Situation in Europa zu reagieren, sie agiert um ihr Ziel zu erreichen. Das Grinsen Draghis spricht Bände!

 

PS: Für die, die noch nicht wissen warum unser „Geldsystem“ auf Dauer nicht funktionieren kann.

 

Meine Meinung entspringt meinem Gehirn. Da ich mein Gehirn nicht verleihe, muss auch niemand meiner Meinung sein.

 


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