Gedanken zur Zeit, 04.05.2014

Putin, die Wolfowitz-Doktrin und der Aufstand der Alten


Immer dann, wenn ehemalige Polit-Chargen aus der Versenkung hervorgeholt werden oder kurz vor ihrem Ableben notbeatmet im Rollstuhl in die Öffentlichkeit gezerrt werden, ist höchste Alarmstufe angesagt. So durfte/mußte Prof. Quatschniefischer als weiterer Teilnehmer der Prügelrunde auf den Putin-Sack einschlagen, ferner haben sich (inoffiziell) angemeldet: Pfand-Flaschen-Trittihn, Ohrwaschelgenscher und Schmidtschnauze von der Tabaklobby.

 

Als größter Heuler der Woche hat sich allerdings das Keksgesicht Mister McCain geoutet, der in Wildwestmanier glaubt, die Noch-Bundesregierung wie eine Kuhherde vor sich her treiben zu können. Mann sollte ihm, dessen Denkvermögen soweit reicht wie die Länge eines Lassos, mal handfest daran erinnern, daß seine Besatzermentalität 69 Jahre nach Kriegsende nicht mehr up to date ist.

Diese ganze Truppe von primitiven Schreihälsen sollen nach dem Willen ihrer verbrecherischen Oberstrippenzieher den russischen Bären aus seiner Höhle locken, damit dieser zuschlägt und endlich (!) ein Kriegsgrund gefunden ist für den Abbruch des kriminellen Finanzsystems. Aber der Bär wird seine Krallen nicht zeigen und dafür an anderer Stelle zuschlagen, denn jede Höhle hat auch einen zweiten Ausgang!

Daß sich Putin mittlerweile nicht mehr an die allgemein gültigen Spielregeln der "Neuen Weltordnung" hält, verrät der ehemalige US-Botschafter Christopher R. Hill unter der Überschrift "Das Ende der neuen Weltordnung" (sic!!!): "Die russische Annexion der Krim und die Einschüchterungskampagne gegen Kiew habe die seit 25 Jahren andauernde historische Ära abrupt beendet", er warf Moskau vor, auf eine Position des Rückschritts, des Rückfalls und des Revanchismus zurückzufallen. (1)

Derweil weilt die Noch-Kanzlerin zum Befehlsempfang beim großen Obimbo und immer, wenn große weltpolitische Entscheidungen und Vorhaben der USA anstehen, in die auch Deutschland involviert ist, werden die "Kanzler" zum Rapport gebeten. Da ist für die nächsten Wochen nichts Gutes zu erwarten, wie die zwischenzeitlich veröffentlichte Wolfowitz-Doktrin als eine der Grundlagen der US-Außenpolitik feststellt: "Unser erstes Ziel ist es, das Wiedererstarken eines neuen Rivalen, sei es auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion oder anderswo, der eine Drohung in dem Ausmaß darstellt, wie es die Sowjetunion war, zu verhindern. Das ist eine dominierende Überlegung, auf der die neue Strategie der regionalen Verteidigung beruht, und diese verlangt, daß wir bestrebt sind, jede feindliche Macht daran zu hindern, eine Region zu beherrschen, deren Ressourcen unter konsolidierter Kontrolle ausreichen würden, globale Macht zu erzeugen". (2)

Sollte die Noch-BRD-Regierung mit zur Umsetzung dieser Doktrin herangezogen werden, was nicht auszuschließen ist, wäre es für Putin die pfiffigste Lösung, der BRiD einen Friedensvertrag anzubieten bei sofortiger Rückgabe sämtlicher Ostgebiete als Vorleistung. Damit würde der derzeit sich im Aufbau befindliche "Flugzeugträger" Polen zerstört, der jetzt die selbe Funktion einnehmen soll wie die ehemalige Tschechoslowakei bis 1938 (3) bei der Einkreisung des Deutschen Reiches durch die damaligen Westmächte.

Um die Propagandamaschinerie der deutschen Leitmedien bei der Umsetzung dieser Doktrin nachhaltig zu stören, sollte man nunmehr großflächig auf deren Kauf und Abo verzichten. Erste Erfolge gibt es, so verzeichnet das Leib- und Magenblatt der deutschen Intelligenzia "FAZ" einen Rückgang bei den Abo´s um 25% seit dem 1. Quartal 2000, bei der "SZ" sind es 6%, beim Focus knapp 50%. (4)

Weiter gibt es die Möglichkeit, sich massenhaft telefonisch bei den Nachrichtenredaktionen der Rundfunksender zu beschweren, wenn weiterhin bewußt Falschmeldungen verbreitet werden. Die aufgewachten Leser haben es also in der Hand, der gesteuerten Kriegspropaganda zu begegnen und ihr ein Ende zu bereiten.

Seit den letzten großen Veränderungen in unserem Lande sind es nun schon Jahrzehnte her, doch wer vermag sich noch genau an die damaligen Ereignisse zu erinnern?  Der Schreiber dieser Zeilen befand sich damals zur beruflichen Weiterbildung in jener Stadt, die den Ausgangspunkt der Achtundsechziger-Ereignisse bilden sollte. Der seinerzeitige Protest gegen einen Staatsbesuch war an sich schon etwas Unerhörtes und fand kein Verständnis in der Bevölkerung, in Diskussionen mit den Älteren fiel dann sehr schnell der Ausspruch: "Geh´doch nach drüben, wenn es dir hier nicht gefällt". Mit dieser Bemerkung konnte man sehr leicht jedwedes Gespräch über die damals herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse abwürgen.

Mit drüben war das SED-Gebilde gemeint, das sich damals DDR nannte und für viele ein rotes Tuch im sprichwörtlichen Sinne bedeutete, kurz, der westdeutsche Werktätige war damals für gesellschaftliche Veränderungen nicht zu gewinnen.

Auch die Ermordung des Studenten Benno Ohnesorg durch den Polizisten Kurras, einem, wie sich viel später herausstellte, geheimen Mitarbeiter der Stasi, wurde von der Allgemeinheit als Betriebsunfall der "Berufsdemonstranten" hingenommen und die damit verbundene Eskalation der Ereignisse im einstigen West-Berlin steigerte noch die Wut auf die demonstrierenden Studenten, die im späteren Verlauf der Entwicklung den "Marsch durch die Institutionen" antraten.

Die gesellschaftlichen und politischen Zustände damals waren gleichermaßen so verlogen wie heute, wobei sich der Protest der Straße gegen die Verursacher des Vietnamkrieges richtete und hier seinen Ausgangspunkt hatte. Das vormalige "Objekt der Begierde", an dem sich die studentische Wut regelmäßig austobte, war das Amerika-Haus in der Nähe des Bahnhofs Zoo, das mehrere Anschläge zu überstehen hatte.

Der heutige Protest hingegen vollzieht sich auf eine (bislang noch) weniger martialische Art in den Leserbriefspalten der Internetseiten der Mainstream-Medien und auf den alternativen Informationsplattformen. Der Protest in den Vortragssälen und auf der Straße wurde und wird initiiert von gestandenen Männern und Frauen mit langer Berufserfahrung aus den Medien, der Wirtschaft und Industrie, die hier eine Vorreiter-Rolle einnehmen.

Nimmt man die Inhalte der Leserzuschriften in den Print- und Alternativen Medien zur Hand, so ist bezüglich der Einschätzung der derzeitigen katastrophalen politischen wie auch gesellschaftlichen Verhältnisse eine Veränderung in den Köpfen festzustellen. Hierin liegt der große Unterschied zu der Zeit von 1967/68.

Putin mag hierbei möglicherweise eine Vorstufe in der weiteren Entwicklung zu einem Kulminationspunkt bilden, der mit dem demnächst stattfindenden Zusammenbruch des Falschgeld-Finanzsystems erreicht sein dürfte.

1) KOPP online, 28.04.2014
Hochrangiger amerikanischer Diplomat erklärt: Rußland hält sich nicht an die Spielregeln und verrät die "Neue Weltordnung"

2) antikrieg.com, 02.05.2014
Paul Craig Roberts, Washington beabsichtigt Rußlands Untergang

3) Gerd Schultze-Rhonhof, Das tschechisch-deutsche Drama 1918-1939, 2011

4) rottmeyer.de, 02.05.2014, Die Rache der verschwundenen Leser

 


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