Chronik von München

1158

  • Um an dem gewinnbringenden Handel mit Salz partizipieren zu können, zerstörte Heinrich der Löwe eine Brücke über die Isar bei Föhring, welche zum Bischhofstum Freising gehörte. Damit zerstörte er auch den Markt und die Münz- und Zollstätte der Bischhöfe von Freising. Bei einer Mönchssiedlung mit dem Namen Munichen, ein paar Kilometer flussaufwärts, ließ er selbst eine Brücke bauen, über die dann die neue Salzstraße führte. Durch die Sanktionierung dieses Gewaltaktes durch Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahre 1158 auf einem Reichstag in Augsburg, auf dem den Bischhöfen von Freising ein Drittel der Einnahmen Munichens zugesprochen wurde, wurde München gegründet.
  • Heinrich der Löwe war von 1156 bis 1180 Herzog von Bayern (Heinrich XII.) Die in vielen Kulturkreisen verbreitete Charakteristik des Löwen als „König der Tiere“ geht auf den Einfluss des Physiologus zurück, eine frühchristliche Naturlehre über Tiersymbolik. Diese „königliche“ Symbolik wurde in der Geschichte oftmals aufgegriffen, um Machtansprüche anzumelden oder zu bekräftigen, zum Beispiel von Heinrich dem Löwen.

1214 

  • wird München zum ersten Mal in einer Urkunde civitas (= Stadt) genannt

1239  

  • stammt auch das älteste erhaltene Stadtsiegel 
  • Das erste Stadtsiegel aus dem Jahre 1239 zeigt einen Mönchskopf in einem Tor, über dem ein halber Adler schwebt. Der Adler weist auf die Herrschaft des Freisingischen Bischofs über München hin. Der Mönch im Siegel weist auf den Standort „bei den Mönchen“ hin.

1255 

  • München wird Residenzstadt.
  •  Die beiden herzoglichen Brüder Heinrich und Ludwig teilen 1255 das Herzogtum Bayern untereinander auf. Neben dem Teilherzogtum Niederbayern wird das Teilherzogtum Oberbayern mit dem Hauptort München gegründet. Unter Herzog Ludwig II. ist München nun nicht mehr nur Bürgerstadt und Handelsplatz, sondern auch Amtssitz eines Landesherrn. Das bedeutet, München ist nun eine Residenzstadt.

1239

  •  Bau der Burg Grünwald.
  •  Wahrscheinlich geht der Burgplatz auf einen römischen Wachtturm auf dem Isarhochufer zurück. Die hochmittelalterliche Burg ist bereits im 12. Jahrhundert urkundlich als Besitz der Grafen von Andechs belegt. 1293 kam sie in den Besitz der Wittelsbacher.

1295 

  • Herzogliche Urkunde bestätigt zum ersten Mal eine Fasnachtfeier.
  • In den Schriften der Gemeinde ist die Fasnacht erstmals 1295 in einer herzoglichen Urkunde erwähnt, die sich auf den Neubau einer Münzschmiede bezog und am „sunntag vor Vasnaht“ ausgestellt war.

1327 

  • Die Stadt München wird von ihrer wohl größten Brandkatastrophe heimgesucht.Da die meisten Häuser aus Holz gebaut, die Dächer mit Schilf oder Schindel gedeckt waren, konnte sich das Feuer in Windeseile ausbreiten. Um die Gefahren für die Zukunft zu vermeiden, erließ Ludwig zusammen mit dem Rat der Stadt 1342 eine neue Bauordnung. Danach sollten Neubauten aus Stein und mit Ziegel gedeckt sein. Dem Brand fällt auch die Peterskirche zum Opfer, nur die Türme bleiben leidlich erhalten.

1328

  • Augustinermönche beginnen mit dem Bierbrauen.
  •  Gründung des Augustinerbräus. Augustiner-Bräu ist die älteste Brauerei in München. Sie wurde 1328 gegründet. Neben dem würzigen Hellen wird auch ein Edelstoff gebraut.

1349 

 

  • Der schwarze Tod (Pest) tritt zum ersten Mal in München auf, jeder siebte Einwohner der Stadt fiel ihm damals zum Opfer. In den Jahren 1349 bis 1680 gab es nicht weniger als 25 große Epidemien, die zumeist in den ersten Monaten des Jahres ausbrachen. Die Schäffler wagten den Versuch und dachten, „Gott wird helfen“ der Trauer war genug. Alle sieben Jahre tanzen die Schäffler während der Faschingszeit in ihrer Zunfttracht auf Münchens Straßen und Plätzen. Täglich um 11 Uhr drehen sich fast lebensgroße Schäfflerfiguren im Glockenspiel des Rathauses.
  • Glockenspiel: Im oberen Teil des Erkers ist ein Turnier dargestellt, welches zur Vermählung des Herzogs Wilhelms V. mit Renata von Lothringen 1568 auf dem Marienplatz abgehalten wurde. In der unteren Etage wird der Schäfflertanz gezeigt.

1363 

  • Franziskaner Bier in München.
  • Die "Bräustatt bey den Franziskanern" in der Residenzstraße wird erstmals urkundlich erwähnt und kann folglich als älteste bürgerliche Brauerei Münchens angesehen werden. Der Name geht auf ein schräg gegenüberliegendes Kloster der Franziskaner-Brüder zurück.

1435

  •  Schloss Blutenburg erbaut.
  •  Die Burg wird 1432 zum ersten Mal erwähnt, als Herzog Albrecht III. hier eine Urkunde ausstellt. Er war es auch, der sie kurz zuvor zu einem wohnlichen Landsitz ausbauen ließ - um seine bürgerliche Geliebte Agnes Bernauer ungestört treffen zu können. Die Heirat mit ihr war damals ein unglaublicher Skandal, der ein böses Ende nahm: Albrechts Vater ließ Agnes als Hexe bei Straubing in der Donau ertränken, weil er um die Erbfolge fürchtete - ein Sohn der Augsburger Baderstochter wäre nicht als Thronfolger anerkannt worden und Krieg die Folge gewesen. Albrecht wollte sich erst an seinem Vater rächen, versöhnte sich aber später mit ihm, heiratete wieder und bekam drei legitime Thronfolger.

1436 

  •  Baut die Stadt auf Geheiß der Herzöge im Henkergaßl am Anger ein Freudenhaus, um das immer stärker um sich greifende Dirnenwesen in geordnete Bahnen zu lenken.
  •  Das Freudenhaus hatte von 1440 an wöchentlich 34 Pfennig an den Stadtkämmerer abzuliefern; nur die Karwoche war ausgenommen und es mussten dessen Bewohnerinnen zu den heiligen Zeiten in die Kirche gehen und Messe und Predigt anhören. Herzog Albrecht V. (gest. 1579) hob das Frauenhaus auf.

1448

  •  Erstes Pferderennen in München.

1468 

  •  Grundsteinlegung zum heutigen Dom (Frauenkirche). Die Bauarbeiten zogen sich lange hin. Zehn Jahre nach ihrem Beginn war der Dachstuhl fertig.
  •  Die Münchener Frauenkirche (offiziell: Unserer lieben Frau) wurde von 1468 bis 1488 von Jörg von Halspach, genannt "der Ganghofer", erbaut. Ganghofer bekam von der Stadt auch den Auftrag, das heute "alte Rathaus" (1470-1480) zu bauen.

1475 

  •  wurde die Schweinehaltung in der Innenstadt verboten, nur noch ein „Antoniusschwein„ mit einem Glöckchen durfte in jedem Stadtviertel herumlaufen, um die Abfälle aufzufressen.

1488

  • standen auch die Domtürme. Die jetzigen „Welschen Hauben„ erhielt der Dom erst im Jahre 1524. 
  • Die Türme der Frauenkirche:
    Der gute Wille der Münchner, mitten in ihrer Stadt einen großen Dom zu errichten, war größer als ihr Reichtum. Mehrmals gingen ihnen während des Baues die notwendigen Geldmittel aus. Sie konnten aber immer wieder auf irgendeine Weise beschafft werden, sei es durch Sammlungen, Spenden oder Zuwendungen durch das herzogliche Haus. Für die beiden Türme reichte es jedoch beim besten Willen nicht mehr. Darum waren sie ein halbes Jahrhundert lang nur mit einem Notdach versehen. Später setzte man ihnen die "welschen Hauben" auf, eine aus Russland kommende Form, die in der italienischen und deutschen Baukunst des 16. und 17. Jahrhunderts häufig angewandt wurde. Die "welschen Hauben" passten natürlich zum gotischen Stil der Kirche nicht besonders gut, gaben ihr aber ihr unverwechselbares Aussehen.
    Meine lieben zwei Spargel", soll Kurfürst Max III. Joseph sie scherzhaft und treffend genannt haben, wie die Sage zu berichten weiß. Das Volk dagegen verglich sie spaßeshalber oft mit zwei riesigen Maßkrügen mit Deckeln. Diese Türme mit den grünen welschen Hauben sind seither als Wahrzeichen Münchens in der ganzen Welt bekannt und beliebt.

 

1500

  •  wird vom Gasteig her Quellwasser in die Stadt geleitet.

1504

  •  wird München alleinige Hauptstadt des Herzogtums Bayern. 13.500 Einwohner.

1520

  •  wird das Zeughaus (heute Stadtmuseum) erbaut.

1525 

  • das älteste noch erhaltene bürgerliche Wohnhaus (der Weinstadel in der Burgstr. 5).  

1583

  •  Grundsteinlegung zur Kirche St. Michael. Die katholische Jesuitenkirche St. Michael ist dem Erzengel Michael geweiht und steht stilistisch am Übergang von Renaissance und Barock. So wurde die Münchner „Michaelskirche“ vorbildgebend für viele barocke Kirchen im deutschsprachigen Raum. St. Michael war auch das geistliche Zentrum der Gegenreformation in Bayern.

 

1589

  •  gründet Herzog Wilhelm V. das Hofbräuhaus. Als „Königliches Hofbräuhaus in München“ hat Herzog Wilhelm V. von Bayern im Jahr 1589 die Brauerei gegründet. Dem Hofstaat war das bis dahin in München gebraute Bier nicht gut genug, so dass der Herzog den Gerstensaft aus der niedersächsischen Stadt Einbeck importieren ließ. Die Kammermeister und Räte des Herzogs schlugen daher vor, ein eigenes Brauhaus zu bauen. Wilhelm war von der Idee begeistert und verpflichtete noch am selben Tag Heimeran Pongraz vom Kloster Geisenfeld als Planer, Bauherren und ersten Braumeister. Das Bier wurde ein Erfolg. 1607 ließ Wilhelms Sohn und Nachfolger, Maximilian I., in München das Hofbräuhaus bauen. Bis heute steht es an der Stelle.

 

1638

  •  wurde die Mariensäule errichtet. Die vier Ecken des Sockels kämpfen mit dem Drachen, gegen Hunger, Pest, Krieg, Ketzerei. Die Mariensäule auf dem Marienplatz  ist ein Maria geweihtes Standbild auf einer Säule. Maria wird hier als Patrona Bavariae (Schutzfrau Bayerns) verehrt.

 

1651 

  • Starkbierzeit; wurde erstmals von den Münchner Paulanermönchen als Fastenbier der Salvator gebraut. Sein Ausschank auf dem Nockerberg hat die längste und berühmteste Tradition. Auch in den Bierkellern der übrigen Brauereien wird in der 4. und 3. Woche vor Ostern Starkbier ausgeschenkt.

1665

  •  Erstes Reichspostamt in München durch Thurn und Taxis errichtet. Postverkehr nach Augsburg – Regensburg – Innsbruck und Salzburg.

1667

  •  erscheint ein Münchner Stadtplan.

1669 

  • Erste Mietshäuser werden gebaut.

1726

  •  Es gibt bereits 7 Kaffeehäuser in der Stadt.

1733 

  • Beleuchtung der Stadt mit Öllampen.

1735

  •  Lotto in Bayern eingeführt.

1741 

  •  In der Zeitung liest man das erste Stellengesuch.

1742

  •  Erstes Waisenhaus durch den Schulmeister Johann Michael Poppel in der Au  gegründet.  

1763

  •  Leopold-Mozart kommt im Juni, mit seinen Wunderkinder Wolfgang Amadeus und Nannerl nach München.
  • Die erste Sternwarte wird eingerichtet.

1770

  •  Eine Missernte in diesem Jahr ruft eine große Hungersnot hervor. 
  • Die Münchner Häuser bekommen Hausnummern. 
  • Gründung der Akademie der bildenden Künste.

1771 

  • Am 1. Januar war die allgemeine Schulpflicht in Bayern befohlen worden.

1789 

  •  Der erste Volkspark (Englische Garten). 

1793 

  •  Eröffnung der Gaststätte Chinesischer Turm.

1802

  •  Ist der Maler Carl Spitzweg geboren.

1807

  • Geburt des Viktualienmarkts.

1810

  • Das erste Münchner Oktoberfest 17. Oktober.

1817

  • Franz Xaver Gabelsberger erfindet die Stenographie.

1821

  • München wird Sitz des neuen Erzbistums München - Freising.

1823

  • Der 11 jährige Franz Liszt spielt im Residenztheater.

1826

  • München wird Universitätsstadt.

1833

  • Einweihung der Matthäus–Kirche, der ersten protestantischer Kirche.          

1835

  • Erstes Münchner Stadtadressbuch erschien.
  • Erste Münchner Großbank – Bayerische Hypotheken- und Wechselbank.

1839

  • Die erste Eisenbahn verlässt den Münchner Bahnhof in Richtung Lochhausen.

1845

  • An der Hauptpost wird der erste hölzerne Briefkasten angebracht.

1848

  • Münchner Neueste Nachrichten, erschien zum ersten Mal.

1849

  • Am 1. November wird die erste bayerische Briefmarke, der berühmte „schwarze Einser„ verkauft.

1850

  • wurde die Bavaria über der Theresienwiese feierlich enthüllt. 90 Tonnen schwer und 16 Meter groß.
  • Auf 126 Stufen gelangt man im Inneren des Standbilds bis in den Kopf. Durch die Augen hat man einen schönen Ausblick auf die weiten Teile der Stadt.

1852

  • entstand in der Blumenstrasse eine 540 Meter lange und 25 Meter hohe, ganz aus Eisen und Glas erbaute Schrannenhalle, die im Jahr 1931 durch ein Großfeuer zerstört wurde.

1854

  • Erste deutsche Industrieausstellung.
  • Glaspalast, Großhesseloher Brücke, Schrannenhalle; Eingemeindung der Au, von Haidhausen und Giesing; München wird Großstadt.

1855

  • Baubeginn Maximilianstraße.

1857

  • Geburtsjahr der Weißwurst.
  • Textilgeschäft „Bandl – Beck„ eröffnet (heute Ludwig Beck am Rathauseck).   

1861

  • Letzte öffentliche Hinrichtung in München.

1864

  • König Ludwig II. folgt seinem Vater.
  • Grundsteinlegung fürs Gärtnerplatztheater.

1867

  • erstes Fahrrad in München.

1869

  • Deutscher Alpenverein und Bayerische Vereinsbank.

1870

  • Erster Streik von 600 Schneidergesellen.

1872

  • Schichtl erstmals auf dem Oktoberfest.
  • Erste Volksbibliothek in der Schule an der Frauenstraße eröffnet.

1873

  • »Allotria« gegründet; Stadtmuseum eröffnet.
  • Der Münchner Velociped-Club organisiert das erste Radrennen, München – Thalkirchen. Ab 1880 war in der Auenstrasse eine Radrennbahn.

1874

  • Das neue Rathaus v. Georg v. Haubergerrißer erbaut – Rathausturm 85 m hoch.

1875  

  • Erste eiserne Briefkästen aufgestellt.
  • Erster Zeitungskiosk am Stachus.

1876

  • Zwei Straßenbahnlinien mit Pferden gezogen wurde eröffnet.
  • Die erste zwischen Stiglmaier- und Promenadeplatz.
  • Die zweite zwischen Stachus und  Nymphenburger Straße.
  • Später kommen Dampfkraft und Elektrifizierung hinzu. Im Jahre 1900 ist die Strecke schon 93 km lang.

1877

  • Für die Straßenbahn standen bis zu 758 Pferde bereit.

1878

  • in München leben 5204 Preußen und 9480 andere Ausländer.

1881

  • Neues Rathaus eingeweiht.

1882

  • 1. Internationale – Elektrizitätsausstellung.
  • Im Glaspalast zeigt der junge Oskar v. Miller die Übertragung elektrischer Kraft von Miesbach nach München, auch die Telefonanlage und die erste telefonische Opernübertragung wird vorgeführt.

1882

  • Karl Valentin, Komiker.

1882

  • Liesl Karlstadt, Komikerin.

1883

  • Weiß Ferdl, Komiker.

1883

  • sind bereits 145 Ortsfernsprechteilnehmer im ersten Telefonbuch eingetragen.
  • Die Stadt München wird mit Trinkwasser aus dem Mangfallquellbetrieb versorgt.

1885

  • Erstes Fußballspiel auf der Theresienwiese
  • Vereine: Terra Pila – Turn- und Sportverein 1860 München und ab 1900 der FC Bayern

1886

  • Der Tod des Märchenkönigs Ludwig II. am Pfingstsonntag den 13 Juni.                              Luitpold wird Prinzregent.

1888

  • Ein Auto fährt durch München.
  • Geburtsjahr der Prinzregententorte.
  • Die Einrichtung der elektrischen Straßenbeleuchtung beginnt, elektrische Bogenlampen ersetzen nach und nach die Gaslampe.

1889

  • Deutsches Turnfest in München.

1890

  • Schwabing und Neuhausen eingemeindet.

1891

  • Müllabfuhr eingeführt.

1892

  • Secession gegründet.
  • Wurde im Rosipalpark Münchens erster Tennisplatz angelegt.

1893

  • Georg Birk erster SPD-Stadtrat.

1894

  • wurde der Tennisclub  „Iphitos „ gegründet.

1895

  • Richard Riemerschmid entwirft Möbel: Jugendstil.
  • Gewerbeschulreformer Georg Kerschensteiner wird Stadtschulrat.

1896

  • Erstes Kino in München.

1899

  • erhalten die ersten 25 Automobilbesitzer ihre Fahrerlaubnisscheine.

1900

  • 499.982 Einwohner; erste Verkehrsvorschriften.
  • Prinzregententheater und Kammerspiele eröffnet.

1901

  • fand das erste internationale Tennis-Turnier in München statt.

1902

  • älteste erhaltene Münchner Filmaufnahme.
  • Thomas Mann schreibt den Satz: „München leuchtete“.

1903

  • erstmals Mädchen an der Universität eingeschrieben.

1904

  • Münchner Staffelbauordnung.

1905

  • Dult erstmals in der Au.

1906

  • 5,8 Prozent der Einwohner haben Bürgerrecht.

1907

  • erste Autobus-Stadtrundfahrten; mehr als 1.000 Autos und Motorräder.

1910

  • 483 Motorräder – 1.303 Autos in München.

1911

  • Straßenbahn befördert 115 Millionen Fahrgäste.
  • Tierpark Hellabrunn eröffnet.

1912

  • 3.11.1912 wurde der Botanische Garten in Nymphenburg eröffnet.

1913

  • Hitler zieht von Wien nach München.
  • Bund Naturschutz« gegründet.

1914

  • Kriegsausbruch; München hat 645.000 Einwohner.

1916

  • Bayerische Flugzeugwerke (später BMW) gegründet.

1918

  • Revolution, Sturz der Monarchie; im Ersten Weltkrieg fielen 13.725 Münchner.

1919

  • Anton Drexler gründet Deutsche Arbeiterpartei (später NSDAP).
  • Eisner ermordet; Revolution, mehr als 1.000 Tote.
  • Geiselgasteig wird Filmstadt.
  • Zirkus Krone in München (Carl Krone).

1920

  • NSDAP veröffentlicht ihre 25 Programmpunkte, erster Fememord.

1921

  • Städtisches Wohlfahrtsamt eröffnet.

1922

  • Bruno Walter (seit 1912 Generalmusikdirektor) geht nach Berlin.
  • »Radlermaß« erfunden.
  • Brechts »Trommeln in der Nacht« uraufgeführt.

1923

  • erstes BMW-Motorrad R 32.
  • Marsch zur Feldherrnhalle.

1924

  • Begann der Bayerische Rundfunk seinen Sendebetrieb, erste Rundfunksendung; Valentins »Raubritter vor München«.

1925

  • in München 8.379 Kraftfahrzeuge
  • Eröffnung Deutsches Museum (Oskar v. Miller).

1926

  • Stadt nimmt 8,9 Millionen Dollar Kredit in USA auf.

1927

  • Erste Verkehrsampeln.

1928

  • Sauerbruch nach Berlin.
  • Thomas Wolfe auf dem Oktoberfest.

1929

  • Gastspiel Josephine Baker verboten.
  • Städtische Galerie eröffnet.

1929

  • 46.457 Arbeitslose in München.
  • Kabarett »Vier Nachrichter« gegründet (Käutner, Heyne, Todd, Kleine).

1931

  • Eröffnung Flughafen Oberwiesenfeld.
  • Ein Brand vernichtet den Glaspalast und mehr als 3.000 Kunstwerke.   

1932

  • Konkurs der Kammerspiele.
  • FC Bayern deutscher Fußballmeister.

1933

  • Machtübernahme Hitlers; erste KZ-Morde; in München gibt es 9.005 Glaubensjuden (1,2 % der Bevölkerung).

1934

  • Kulturamt der Stadt gegründet.
  • Baubeginn Autobahn Salzburg.

1935

  • Das erste Autobahnteilstück München - Holzkirchen wird dem Verkehr übergeben.
  • München wird »Hauptstadt der Bewegung«; 41.000 Kraftfahrzeuge.

1936

  • München hat 742.000 Einwohner.

1937

  • Haus der Deutschen Kunst: Ausstellung »Entartete Kunst«; Clemens Krauß GMD.

1938

  • Baubeginn U-Bahn.
  • 75 Kinos.

1939

  • Am 1. September ist der 2. Weltkrieg ausgebrochen.      

1940

  • Am 5. Juni 1940 traf München der erste Fliegerangriff.
  • Erste Euthanasieopfer aus Haar abtransportiert.

1941

  • erste Judendeportation vom Lager Knorrstraße.
  • Nordbad eröffnet.

1942

  • erste Todesopfer bei Luftangriffen.
  • Uraufführung Capriccio von Richard Strauss.

1943

  • »Weiße Rose«: Geschwister Scholl und Freunde hingerichtet.
  • Thomas Mann beginnt im Exil Dr. Faustus.
  • Großangriffe, zerstörten wichtige historische Gebäude der Stadt.
  • Nationaltheater zerstört.

1944

  • an nahezu 140 Tagen Fliegeralarm, zum Teil mehrfach, 26 Angriffe.

1945

  • Kriegsende; absolute Zuzugsperre; München hat weniger als 500.000 Einwohner; 22.346 Soldaten waren gefallen, 6.632 Münchner fanden bei Luftangriffen den Tod, 16.000 wurden verletzt und 80.000 gerieten in Gefangenschaft, 10.500 vermisst.
  • Am 30. April besetzten die Amerikaner die Stadt München.
  • Oberbürgermeister von München: 1.5. – 4.5 Dr. Franz Stadelmayer, 1945 – 1948 Karl Scharnagel.
  • München glich am Ende vom Krieg mehr einem lebendigen Schutthaufen als einer Wohngemeinde, 71 große Luftangriffe mit 16.000 Großbränden, 45 % der gesamten Stadt zerstört.
  • Als erste deutsche Zeitung durfte am 14. September der Münchner Stadtanzeiger wieder erscheinen. Die Süddeutsche Zeitung erhielt ihre Lizenz am 6. Oktober.

1946

  • Am 26. Mai 1946 durften die Münchner wieder einen Stadtrat wählen.
  • Volkszählung Oktober: 751.697 Einwohner.

1947

  • Georg Solti GMD; erster Nachkriegsfilm.
  • Schweikart Intendant der Kammerspiele.

1948

  • Internationale Jugendbibliothek gegründet.
  • 100.000 Wiederaufbauwohnungen.

1949

  • Der Sender der Militärregierung kommt unter deutscher Leitung.Geburtsstunde des Bayerischen Rundfunks. Rundfunk-Symphonieorchester gegründet.
  • Funkstreife nimmt Dienst auf.
  • Erstes Oktoberfest nach dem Krieg.

1950

  • an der Universität 10.500 Studenten.
  • die Maß Bier kostet 78 Pfennige.

1951

  • Richtfest Petersturm.
  • Jeder 11. Münchner hat ein Auto oder Motorrad.

1952

  • seit Kriegsende 8,6 Mill. Kubikmeter Schutt geräumt.
  • Chinesischer Turm wiederhergestellt.
  • Jahresgehalt OB 23.000 Mark plus Zuschläge.

1953

  • Herkulessaal eingeweiht.
  • Richtfest Fernsehstudio Freimann.
  • Die Ausstrahlung der ersten „Münchner Abendschau" erfolgt am 8.11.1954.

1954

  • Odeon wird Innenminister.
  • München hat 908.572 Einwohner.

1955

  • Ende des Trambahnstangerls.
  • erste Wienerwald-Gastsstätte.
  • Erste Parkuhren.

1956

  • Wiederaufbau Cuvillietstheater genehmigt.
  • »Lach- und Schießgesellschaft« in Schwabing gegründet (Sammy Drechsel, Dieter Hildebrand).

1957

  • München wird Verlagsstadt Nr. 1 in Deutschland.
  • Mit der Geburt eines Kaminkehrersohnes wurde München am 15. Dezember Millionenstadt.

1958

  • 800 Jahre München.
  • erste Düsenverkehrsmaschine landet in Riem.
  • Absturz eines englischen Charterflugzeugs in Riem: 33 Tote, darunter die Fußballmannschaft „Manchester United„.      

1959

  • Valentin-Museum im Isartorturm.
  • Säureattentat auf Rubens-Bild.

1960

  • Eucharistischer Weltkongress.
  • 182.000 Fahrzeuge in München.
  • Flugzeugabsturz bei der Paulskirche in München, 500 Liter Benzin explodierten, 53 Tote.

1961

  • Grundstein Großklinikum Großhadern.
  • erstmals Milliardenhaushalt.
  • Rudolf Mößbauer erhält den Nobelpreis für Physik.
  • 1. Modemesse in München.

1962

  • Prominenter Gast, der französische Staatspräsident Charles de Gaulle.
  • Schwabinger Krawalle.
  • Prozess Vera Brühne.
  • »Pumuckl« geboren.

1963

  • Nationaltheater wieder eröffnet.
  • aus München erste Werbefernsehsendung Deutschlands.

1964

  • U-Bahnreferat gegründet.
  • Bordeaux Partnerstadt.
  • Münchner Messe- und Ausstellungsgesellschaft MGG.

1965

  • 20. Dezember: Unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Hans Jochen Vogel wurde einstimmig entschieden, sich um die Olympischen Sommerspiele 1972 zu bewerben . Am 26. April 1966 fielen in Rom die Würfel: München erhielt den Zuschlag.
  • Königin Elisabeth II. in München.
  • Krankenhaus Harlaching eröffnet.

1966

  • München wird Olympiastadt.
  • TSV 1860 Deutscher Fußballmeister.
  • Letzte Gaslaterne der Straßenbeleuchtung gelöscht.

1967

  • Baubeginn Neuperlach.
  • BMW verkauft knapp 90.000 Autos.

1968

  • Studentenkrawall vor Bild-Zeitung.
  • Fernsehturm eröffnet.

1969

  • Universitätsklinik: erste Herzverpflanzung in Deutschland.
  • Entscheidung für Flughafen Erding.

1970

  • Letztmals ein Faschingszug.
  • Eröffnung Stachus-Untergeschoß.

1971

  • Am 19 Oktober, erste U-Bahn fährt vom Goetheplatz nach Freimann.
  • Ausbau Autobahnring beginnt.

1972

  • Neuer Oberbürgermeister Georg Kronawitter.
  • Olympische Sommerspiele.
  • Münchens höchste Einwohnerzahl: 1.338.924.
  • Partnerstadt Sapporo.
  • MVV: Münchner Verkehrsverbund gegründet
  • Am 30 Juni war die offizielle Übergabe der ersten Fußgängerzone rund um den Marienplatz.

1973

  • Nobelpreis für Chemie an Prof. E.O. Fischer von der TU.   

1974

  • Herzzentrum eröffnet.
  • nach Olympiade: 40 Prozent der Architekturbüros ohne Aufträge.

1975

  • Eröffnung Fußgängerzone Neuhauser-/ Kaufingerstraße.

1976

  • leichtes Erdbeben.
  • 1 Maß Wies'n-Bier kostet 3,95 Mark.

1977

  • Europäisches Patentamt eingeweiht.

1978

  • Grundstein Kulturzentrum Gasteig.
  • München zählt 2,4 Mill. Gäste.

1979

  • nach Franz Beckenbauer (1977) verlässt auch Gerd Müller den FC Bayern.

1980

  • Oktoberfestattentat, 13 Tote.
  • Papst besucht München.

1981

  • Neue Pinakothek eröffnet.
  • Baustopp München II.

1982

  • 90.000 Unterschriften für Erhalt der Straßenbahn.
  • Kardinal Ratzinger nach Rom.

1983

  • Internationale Gartenbauausstellung.
  • Altstadt unter Ensembleschutz.

1984

  • Hagel-Unwetter: 1,5 Milliarden DM Schaden.

1985

  • auf jeden Münchner fallen 1.245 Mark Schulden.
  • erste private Sender.

1986

  • Gesamtetat 6,5 Mrd. Mark.
  • in München 475.000 Tonnen Hausmüll.

1987

  • mehr als 83.000 Münchner leben in Armut.

1988

  • 1,03 Mill. für Spitzweg-Bild.
  • 1. Biennale für neue Musik.
  • Der Königsplatz wird, nach alten Plänen entsprechend, wieder begrünt.

1989

  • FC Bayern zum zehnten Mal Bundesliga-Meister.
  • Kiew Partnerstadt.
  • Grundstückspreis in der Innenstadt: 25.000 DM pro qm.
  • 5. Oktober: erster langer Einkaufs-Donnerstag: (geöffnet bis 20:30 Uhr).
  • Großdemonstration gegen Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf.
  • 200. Geburtstag des Englischen Gartens.                                                                                           

1990

  • die Hälfte der Schulanfänger Ausländer-Kinder.
  • Schauspieler Walter Sedlmayr ermordet.

1991

  • im Sommer an 62 Tagen Ozonalarm.
  • MVV befördert 521 Millionen Fahrgäste.
  • Die Thalkirchner Holzbrücke wurde 1991 erbaut, sie hat es bereits ins Guinness–Buch der Rekorde geschafft. Sie ist weltweit die längste Holzbrücke, die auch Autoverkehr zulässt. Dies hat der Münchner Architekt Richard J. Dietrich in seinem Projekt in den Isarauen harmonisch verbunden.

1992

  • US-Soldatensender AFN schließt.
  • Flughafen München II eingeweiht. 

1993

  • Europäisches Patentamt erteilt erstmals Patent auf gentechnisch verändertes Tier, eine »Harvard Krebsmaus«.
  • Weltwirtschaftsgipfel.

Kommentare   

 
0 # Rolf Schlegel 2016-02-02 14:17
Hilfe! Im Rahmen meiner Geschichtsforschung zu Stadtlengsfeld/Rhön suche ich einen Dr. Harald Bender, der angeblich um 1943 mit seiner Frau Hedwig i. München gelebt hat. Können Sie mir über ein Telefon- oder Adreßbuch aus dieser Zeit weiterhelfen? Mit Dank im voraus. Prof. R. Schlegel
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0 # Peter 2016-02-02 23:42
Sehr geehrter Prof. Schlegel

leider lässt sich ohne weitere Informationen (Geb.Datum, Beruf, Mitgliedschaften in Vereinen usw.) zu den Eheleuten Harald und Hedwig Bender nicht herausfinden, ob diese im Jahr 1943 in München gemeldet waren. Hilfreich wäre es vielleicht auch zu wissen, ob ihre Recherchen in Zusammenhang mit dem Benderschen Gut stehen.

Ich selbst, der ich nicht der Verfasser dieses Artikels bin, verfüge nicht über Adress- oder Telefonbücher aus dem Jahr 1943.

Fernsprechbücher des Jahres 1943 vom Bezirk und Ort München finden Sie unter den unten angegebenen Adressen:

Bezirk München ohne Ortsnetz
http://www.steutzger.net/380/b

München Ortsnetz
http://www.zvab.com/buch-suchen/titel/muenchen-amtliches-fernsprechbuch/

Vielleicht kann Ihnen auch der Bayerische Landesverein für Familienkunde e.V. ( http://www.blf-online.de/bestand-muenchner-stadt-adressbuechern ) weiterhelfen.

Kostenpflichtige Informationen müssten auch beim Standesamt München zu erhalten sein.

Herzliche Grüße

Peter
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0 # heimplanetarium.info 2017-06-11 10:34
Toller Artikel, gefällt mir gut. Ich habe diesen auf Social Media geteilt
und ein paar Likes hierfür bekommen. Weiter so!
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